Dein neues Sein - wie gute Gewohnheiten dein neues Sein formen
Elimatio
Die Selbstverständlichkeit des Tuns: Das Fundament jeder Veränderung
Es gibt eine Kluft im menschlichen Erleben, die so alt ist wie die Philosophie selbst: die Lücke zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir tatsächlich tun. Wir alle kennen den Moment, in dem wir genau begreifen, was für unsere Gesundheit, unser Glück oder unsere Freiheit notwendig wäre – und dennoch verharren wir im Status quo. Warum ist das so? Warum reicht die reine Erkenntnis oft nicht aus, um die Weichen unseres Lebens neu zu stellen?
Das tätige Leben: Erkenntnisse von Hannah Arendt
Die Philosophin Hannah Arendt unterschied in ihrem Hauptwerk „Vita activa“ (Das tätige Leben) verschiedene Formen menschlichen Handelns. Sie lehrte uns, dass der Mensch sich erst durch sein Handeln in der Welt offenbart. Doch Handeln ist kein einmaliges Ereignis; es ist ein fortwährender Prozess des „Anfangens“.
Für dein Leben bedeutet das: Eine Verbesserung deiner Lebensqualität beginnt nicht mit dem Gedanken daran, sondern mit dem Mut, diesen Gedanken in die Welt zu tragen. Doch dieser Mut wird oft durch die Last der alten Gewohnheiten erstickt. Die Lösung liegt nicht in mehr Wissen, sondern in der Transformation des Tuns in eine Selbstverständlichkeit.
Von der Anstrengung zur Meisterschaft: Aristoteles und der Habitus
Schon Aristoteles erkannte, dass wir „das, was wir lernen müssen, um es zu tun, erst lernen, indem wir es tun“. Er sprach von der Hexis (dem Habitus) – einer festen inneren Haltung, die durch beständige Übung entsteht.
Gelingende Lebensqualität ist keine punktuelle Leistung. Sie ist das Ergebnis von Handlungen, die so oft wiederholt wurden, bis sie keine bewusste Entscheidung und damit keine Willenskraft mehr erfordern. Wenn das Richtige – sei es gesunde Ernährung, Bewegung oder das Loslassen einer Sucht – zur Selbstverständlichkeit wird, verschwindet der innere Widerstand. Erst in diesem Moment der „Mühelosigkeit“ haben wir die Meisterschaft über unser Leben zurückgewonnen.
Die Umsetzungslücke schließen: Goethes Vermächtnis
Johann Wolfgang von Goethe brachte es auf den Punkt: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ Dieser Satz ist das Leitmotiv des ELIMATIO®-Prinzips. Wir neigen dazu, uns im „Wollen“ einzurichten. Wir planen, wir lesen, wir hoffen. Doch solange das Tun nicht zur selbstverständlichen täglichen Praxis wird, bleibt das Wollen ein zerbrechliches Konstrukt. Die wahre Herausforderung jeder Veränderung besteht darin, die Phase der bewussten Anstrengung so schnell wie möglich in die Phase der unbewussten Selbstverständlichkeit zu überführen.
Das ELIMATIO-Prinzip: Stufenweise Souveränität
In meinem System betrachten wir Veränderung als eine Expedition. Auf diesem Weg ist die „Selbstverständlichkeit des Tuns“ dein wichtigster Begleiter. Jede Etappe deiner Reise erfordert eine eigene Form der Praxis:
- Das Tun der Wahrheit: Es muss selbstverständlich werden, die eigene Situation ungeschminkt zu betrachten.
- Das Tun der Vorbereitung: Es muss selbstverständlich werden, die richtigen Werkzeuge nicht nur zu besitzen, sondern sie im „Trockentraining“ zu beherrschen.
- Das Tun der Neuausrichtung: Es muss selbstverständlich werden, neue Wege zu gehen, auch wenn die alten Pfade noch locken.
Fazit: Dein Leben als Regiewerk
Lebensqualität verbessert sich nicht durch Zufall. Sie verbessert sich durch Regie. Und Regie bedeutet Handeln. Wenn du lernst, die Werkzeuge der Veränderung so anzuwenden, dass sie Teil deines Wesens werden, dann wird das „gute Leben“ keine Anstrengung mehr sein, sondern deine neue Normalität.
Das Ziel ist erreicht, wenn du nicht mehr darüber nachdenken musst, das Richtige zu tun. Wenn das Tun so selbstverständlich ist wie das Atmen, dann hast du die höchste Stufe der Souveränität erreicht.